Kategorie-Archiv: Ratgeber

Ratgeber für Barrierefreies Bauen und Sanieren

Universal Design ist beim Bauen doppelt wichtig

Hohe Griffe

Hohe oder schwergängige Griffe sind nicht nur für ältere Menschen ein Problem. © ift Rosenheim

Universal Design (UD) bedeutet Produkte für möglichst viele Menschen ohne spezielle Anpassungen nutzbar zu machen. Das gilt nicht nur für Menschen mit physischen oder kognitiven Handikaps, sondern auch bei einer „temporären“ Einschränkung wie bei einem Beinbruch oder mit vollen Einkaufstaschen. Die konkrete Umsetzung lässt sich an sieben grundlegende Gestaltungsprinzipien des UD formulieren, an denen sich Produkte und Dienstleistungen orientieren sollten. Im Baubereich ist dies doppelt wichtig, da im Gegensatz zu schnell verbrauchten Konsumprodukten eine lange Nutzungsdauer sowie eine flexible Umnutzung zu beachten ist, beispielsweise wenn Bewohner eines Gebäudes älter werden, bei Krankheit oder Unfall andere Anforderungen entstehen, wenn Großeltern einziehen oder Kleinkinder hinzu kommen. Weiterlesen

Bei barrierefreien Türschwellen auch auf Wärmeschutz achten

Grafik barrierefreie Türschwelle

Bei barrierefreien Türschwellen muss man auch auf den Wärmeschutz achten. © ift Rosenheim

Für barrierefreie Zugänge sind nach DIN 18040 untere Türanschläge und Schwellen im Grundsatz nicht zulässig. Bei der Konstruktion und Planung muss auch der Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 und EnEV 2014 sowie die Schlagregendichtheit und der Schutz vor „stehendem“ Wasser beachtet werden. Wichtige Kennzahlen dafür sind der raumseitige Temperaturfaktor fRsi und der Wärmedurchgangskoeffizient U, die beide an der wärmetechnisch ungünstigsten Stelle nachgewiesen werden müssen. Grundsätzlich müssen Türen deutlich wahrnehmbar, leicht zu öffnen, zu schließen und sicher zu passieren sein. Weiterlesen

Mehrkosten bei Erweiterung der Grundfläche vom BFH abgelehnt

Geldscheine

Anschaffungskosten für ein größeres Grundstück zählen für den BFH nicht zu den außergewöhnlichen Belastungen. © Pixelio/flown

Mehrkosten für die Anschaffung eines größeren Grundstücks zum Bau eines behindertengerechten Bungalows sind nach Ansicht des Bundesfinanzhofs (BFH) keine außergewöhnlichen Belastungen. Im zu entscheidenden Fall litt die Klägerin unter Multipler Sklerose und war schwerbehindert. Vor diesem Hintergrund errichteten die Eheleute einen eingeschossigen Bungalow, bei dem die behinderungsbedingten Anforderungen der Ehefrau berücksichtigt wurden – unter anderem musste die Grundfläche 45 m² größer sein als bei Errichtung eines nicht behindertengerechten Gebäudes. Weiterlesen

Kompass „Universal Design“ erleichtert die Planung

ift Kompass "Universal Design"

ift Kompass „Universal Design“ mit den sieben Designprinzipien. © ift Rosenheim

Wer zukunftssicher Bauen und renovieren will muss „demographiefeste“ Bauprodukte verwenden. Demographiefest bedeutet, dass Gebäude und Bauelemente von Jung und Alt einfach, komfortabel und werthaltig genutzt werden und auch nach 20 Jahren noch vermietet oder verkauft werden können. In Zukunft sind Häuser und Bauprodukte gefragt, die Design mit Funktionalität verbinden und ein Plus an Wohnkomfort und Sicherheit bieten. Das ift Rosenheim hat den Kompass „Universal Design“ als Bewertungsverfahren entwickelt, um Herstellern, Verbrauchern, Nutzern, Architekten und Behörden die Planung und Auswahl von Produkten zu erleichtern. Weiterlesen

2025 fehlen mindestens 2 Millionen barrierefreie Wohnungen

Signal beim Aufzug HS Biberach

Der Ausbau barrierefreier Wohnungen geht kaum voran. © Hochschule Biberach

Das Institut für Bauforschung e.V. Hannover hat im Auftrag des Bauherren-Schutzbund e.V. im Rahmen einer Metastudie 14 ausgewählte wissenschaftliche Untersuchungen auf der Basis konkreter Kriterien zum demografischen Wandel und deren Auswirkungen auf das Wohnen und den künftigen Wohnbedarf vergleichend gegenübergestellt.

Der Fokus der Analyse liegt auf den selbstnutzenden Eigentümern, die mit 15,6 Millionen Wohnungen 40 Prozent des Wohnungsmarktes repräsentieren. Ein zentrales Ergebnis der Analyse ist die Feststellung, dass mit einer erheblichen Versorgungslücke an barrierefreien bzw. altersgerechten Wohnungsangeboten für die nächsten 15 bis 20 Jahre zu rechnen ist. 2025 werden mindestens zwei Millionen seniorengerechte neue Wohnungen gebraucht. Weiterlesen