GdW fordert mehr Engagement für altersgerechten Umbau

14. Dezember 2014, 16:26
Rollstuhlfahrer im barrierearmen Badezimmer

Barrieren im Gebäudebestand sollten anlässlich von Modernisierungen sowie im Fall besonderer Bedarfe vermindert werden, fordert der GdW. © KfW/Thomas Klewar

„Die Wohnungswirtschaft ist Vorreiter, wenn es darum geht, älteren Menschen oder Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen“, erklärt Christian Lieberknecht, Mitglied der Geschäftsführung des Branchendachverbands GdW. 2013 wiesen 6 Prozent aller GdW-Wohnungen einen barrierearmen oder barrierefreien Standard auf. Bundesweit sind es dagegen nur etwa 1,5 Prozent.

Angesichts der dynamischen Entwicklung der Zahl der Pflegebedürftigen und einer Verdreifachung der Zahl der über 80-Jährigen bis zum Jahr 2050 auf gut zehn Millionen Menschen herrscht dennoch großer Handlungsbedarf. „Wir brauchen mehr barrierearme Wohnungen“, so Lieberknecht. Studien zufolge betrage allein der Mehraufwand, um einen altersgerechten Wohnstandard für mobilitätseingeschränkte ältere Menschen zu erreichen, durchschnittlich 7.200 Euro pro Wohnung.

Der GdW fordert:

  • Zur Förderung barrierefreier und barrierearmer Umbauten sollte das bestehende Programm „Altersgerecht umbauen“ mit dem Fokus einer Zuschussförderung für Eigentümer und Mieter stärker finanziell unterlegt werden.
  • Kostengünstiger Neubau ist auch eine Förderung von Barrierefreiheit. Studien zufolge können Maßnahmen wie beispielsweise die Einführung einer linearen Abschreibung (AfA) in Höhe von 4 Prozent jährlich und eine verbilligte Abgabe von Baulandgrundstücken die Kaltmiete bei Neubaumieten um bis zu 4,14 Euro pro Quadratmeter senken und dadurch die gleichberechtigte Teilhabe älterer und physisch oder kognitiv eingeschränkter Menschen in vielen Regionen wirksam befördern.
  • Barrieren im Gebäudebestand sollten anlässlich von Modernisierungen sowie im Fall besonderer Bedarfe vermindert werden.
  • Es darf keine verbindliche Anwendung des barrierefreien Standards bei Bestandsbauten geben. Das wäre wirtschaftlich und baulich nicht machbar – und ist in der Praxis nicht notwendig, da für viele Menschen ein barrierearmer Standard völlig ausreichend ist.
  • Darüber hinaus sollten bei den Zuschüssen von Pflegekassen zu wohnumfeldverbessernden Maßnahmen u. a. auch Einbauten zur Erhöhung der Selbstständigkeit im Bereich technischer Assistenzsysteme in der Wohnung einbezogen werden.

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen.

Quelle: GdW

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>