Kompass „Universal Design“ erleichtert die Planung

1. Dezember 2014, 16:23
ift Kompass "Universal Design"

ift Kompass „Universal Design“ mit den sieben Designprinzipien. © ift Rosenheim

Wer zukunftssicher Bauen und renovieren will muss „demographiefeste“ Bauprodukte verwenden. Demographiefest bedeutet, dass Gebäude und Bauelemente von Jung und Alt einfach, komfortabel und werthaltig genutzt werden und auch nach 20 Jahren noch vermietet oder verkauft werden können. In Zukunft sind Häuser und Bauprodukte gefragt, die Design mit Funktionalität verbinden und ein Plus an Wohnkomfort und Sicherheit bieten. Das ift Rosenheim hat den Kompass „Universal Design“ als Bewertungsverfahren entwickelt, um Herstellern, Verbrauchern, Nutzern, Architekten und Behörden die Planung und Auswahl von Produkten zu erleichtern.

Im Gegensatz zu bisherigen Begriffen wie altersgerecht, barrierefrei oder behindertengerecht, wird immer stärker mit den Prinzipien des Universal Design (UD) argumentiert, die positiv besetzt sind.

Die konkrete Umsetzung lässt sich gut an den sieben grundlegende Gestaltungsprinzipien des UD formulieren, an denen sich Produkte und Dienstleistungen orientieren sollten.

Übertragung der 7 UD-Designprinzipien auf Bauelemente

Prinzip 1: Breite Nutzbarkeit
Die Konstruktion gewährleistet bei normalem Gebrauch eine hohe Gebrauchssicherheit und vermeidet Fehlbedienungen. Das Produkt hat alle Nachweise zur Sicherstellung der Gebrauchstauglichkeit (CE-Zeichen), weist eine erhöhte Dauerhaftigkeit auf und besteht überwiegend aus nachwachsenden, recycelbaren Materialien zur einfachen Trennung nach der Nutzung.

Prinzip 2: Flexibilität und Modularität
Das Produkt ist modular aufgebaut, kann in unterschiedlichen Einbausituationen verwendet und an verschiedene Gebäudenutzungen angepasst werden Einzelteile können im Bedarfsfall einfach ausgetauscht werden und nach dem Einbau besteht die Möglichkeit das Produkt modular zu erweitern (Nachrüstung).

Prinzip 3: Einfache und intuitive Bedienung(für Monteure und Nutzer)
Die Bedienung des Elementes ist einfach und intuitiv und in seiner Funktion leicht erkennbar. Durch zusätzliche Informationen am Bauelement über mehrere Sinne erfolgt eine Rückmeldung zur intuitiven und sicheren Nutzung. Es existiert eine leicht verständliche Montageanleitung, die klar und verständlich ist und durch bildhafte Gestaltung unterstützt wird. Die Befestigungsmittel sind statisch ausreichend dimensioniert und im Lieferumfang enthalten. Auf der Verpackung befinden sich Hinweise zum Transport und es sind Montage-/Tragehilfen vorhanden.

Prinzip 4: Mehr als einen Sinn ansprechen
Die Funktions- und Bedienungselemente sind visuell, haptisch und akustisch erkennbar (Farben, Oberflächen, Materialien, konstruktives Absetzen, Bediengeräusche etc.) und das Element enthält zusätzliche Informationen hinsichtlich der Nutzung oder Orientierung (Türdrücker mit Blindenschrift).

Prinzip 5: Fehlertoleranz und Sicherheit (Bezug auf Produkt/Prozess/Planung)
Die Bedienungsanleitung beschreibt ausführlich und leicht verständlich die korrekte Nutzung, mögliche Fehlbedienungen und Gefahrenbereiche und wird durch bildhafte Gestaltung sowie durch audio-visuelle Medien unterstützt. Das Element ist gemäß dem Einsatzgebiet bzw. der Nutzergruppe mit konstruktiven Schutzmaßnahmen ausgeführt und bewegliche Teile, die zu einer Fehlfunktion führen können sind gekennzeichnet.

Prinzip 6: Geringer physischer Aufwand
Bedienungskräfte können auf das Einsatzgebiet ab gestimmt und eingestellt sowie durch die Länge und Gestaltung des Griffes und Justiermaßnahmen variiert werden. Die Position des Bedienelementes kann an die jeweilige Nutzergruppe angepasst werden. Durch die Verwendung von elektrischen oder mechanischen Kompon enten kann die Nutzung vereinfacht werden. Abmessungen und Gewicht sind so zu dimensionieren bzw. durch Aufteilung in Baugruppen zu gestalten, dass Transport und Montage mit geringem körperlichem Aufwand möglich sind.

Prinzip 7: Zugänglichkeit und Erreichbarkeit
Das Produkt ermöglicht eine schwellenlose Nutzung und erfüllt die Anforderungen nach DIN 18040. Die Position des Bedienelementes kann an die jeweilige Nutzergruppe angepasst werden. Das Bauelement ist so konstruiert, dass zur Nutzung oder Bedienung kein oder nur ein geringer Platzbedarf benötigt wird.

Quelle: ift Rosenheim

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