Studie zeigt Aufzugsarmut in Seniorenhaushalten

1. Dezember 2014, 16:22
Treppenhaus mit Aufzug

Seniorengerechter Wohnraum in den oberen Etagen setzt einen Aufzug voraus. © Schindler

In Deutschland müssen zehn Millionen Senioren-Haushalte in Wohnungen leben, die keinen altersgerechten Aufzug haben. Etwa 400.000 Wohngebäude müssten nachträglich mit einem Aufzug ausgestattet werden, um ausreichend Wohnungen mit barrierefreiem Aufzug für Senioren bereitstellen zu können. Die Kosten dafür belaufen sich auf insgesamt 32 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Aufzugsarmut: Wie altersgerecht sind Deutschlands Wohnhäuser?“.

Deutschlandweit verfügen nur schätzungsweise 1,6 Millionen von insgesamt etwa 21 Millionen Wohnungen in Gebäuden mit drei oder mehr Wohneinheiten über einen altersgerechten Aufzug. Bereits heute gibt es in der Altersgruppe der über 65-Jährigen in Deutschland rund 3,7 Millionen Menschen, deren Bewegungsfreiheit alters- und gesundheitsbedingt eingeschränkt ist. Da die Zahl der Senioren der Altersgruppe 65+ von derzeit etwa 17 Millionen um rund 36 Prozent auf fast 23 Millionen im Jahr 2060 ansteigen wird, sind in Zukunft noch mehr Menschen auf einen altersgerechten Aufzug angewiesen.

Von insgesamt 418 untersuchten deutschen Städten haben Freiburg mit 18,3 Prozent, Fulda mit 16,9 Prozent und Karlsruhe mit 16,7 Prozent den höchsten Anteil an altersgerechten Aufzügen in Wohnhäusern. In deutschen Metropolen ist diese Quote meist nur einstellig. Am besten stehen Berlin mit 11,5 Prozent und München mit 10,4 Prozent da. Stuttgart (8,9 Prozent), Köln (8,8 Prozent), Frankfurt (7,9 Prozent) und Hamburg (6,8 Prozent) fallen deutlich von den Spitzenreitern ab. Das Schlusslicht bildet Düsseldorf mit fünf Prozent. Keine der Immobilienhochburgen schafft es bei diesem Ranking unter die Top 20 der Städte mit der höchsten Quote an Wohnungen mit altersgerechtem Aufzug. Berlin ist auf Rang 26 die erste deutsche Großstadt, gefolgt von München auf Rang 41 und Stuttgart auf Platz 64.

Bei altersgerechten Aufzügen ist die Situation in Ostdeutschland nur marginal schlechter als in den westdeutschen Städten. Jena (13,2 Prozent) und Dresden (12,7 Prozent) sind sogar unter den Top 20. Potsdam ist mit 8,8 Prozent schon deutlich schlechter versorgt. In Halle an der Saale und Leipzig haben etwa vier Prozent der Wohnungen einen altersgerechten Aufzug.

Besonders wenige Aufzüge hat Görlitz. Die sächsische Grenzstadt in der Oberlausitz ist bei Senioren aus ganz Deutschland als Alterswohnsitz sehr beliebt. Mit 5,8 Prozent haben allerdings nur sehr wenige Wohnungen überhaupt einen Aufzug, ganz zu schweigen von einem altersgerechten Aufzug.

Die Studie wurde erstellt vom Projektentwickler Terragon und der Aufzugsberatung Hundt Consult in Kooperation mit ImmobilienScout24 und ist online abzurufen:

Quelle: Immobilienscout24.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>