Wohnungsgesellschaften tun sich schwer bei Badsanierung

15. April 2014, 16:52
Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur bis 2060

Bis 2030 wird mehr als jeder Dritte in Deutschland 60 Jahre und älter sein. Bisher sind knapp ein Prozent des Wohnraums seniorengerecht. © Statistisches Bundesamt

Für die nachhaltige Vermietbarkeit von Wohnungen spielt Barrierefreiheit oder zumindest -armut eine wichtige Rolle. Wohnungsgesellschaften tun sich noch schwer mit dem Umbau im Bestand, vor allem bei der Badsanierung. Experten sprechen hier von einem Nachholbedarf der Industrie: In vielen Bereichen mangele es an bezahlbaren, durchdachten Badlösungen. Aber auch die in den DIN-Normen formulierten hohen Anforderungen sind eine Herausforderung für die Wohnungsgesellschaften, denn diese machen barrierefreie Bäder teuer.

Bislang sind in Deutschland nach Angaben des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) lediglich knapp ein Prozent des Wohnraums seniorengerecht, obwohl die Wohnungswirtschaft die Notwendigkeit zum barrierefreien Umbau des Bestands erkannt hat. 2030 wird mehr als jeder Dritte in Deutschland 60 Jahre und älter sein.

„Große Wohnungsbaugesellschaften achten gerade einmal auf die Türbreite und die Befahrbarkeit der Dusche. Dann hört es aber auch schon auf“, berichtet Mathias Thiel vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Weitere, für die sichere Badbenutzung durch alte Menschen wichtige Aspekte wie die Ausleuchtung, eine kontrastreiche Gestaltung rutschfester Fliesen, höhere Toilettensitze oder einfach zu bedienende Armaturen würden kaum berücksichtigt. Dass das so ist, liegt Thiel zufolge auch an den Mietern: „Barrierefreie Bäder sind nach wie vor mit einem Negativ-Image behaftet. Die Leute wollen ihre Gebrechlichkeit im Alter nicht vor Augen geführt bekommen.“ Dieses negative Image sei möglicherweise auch der Grund dafür, dass die Industrie mit Produkten für barrierefreie Bäder noch etwas hinterher hinkt. sth

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